Hallo Welt, indeed

Blogs sind so leicht zu eröffnen. Es ist auch relativ einfach, ein Mission Statement aufzuschreiben. Und ein paar Leute zu fragen, ob sie mitmachen wollen.

Aber ist es damit getan? Darf das überhaupt noch sein, so ein Blog-Versuch, aus dem vielleicht was entsteht, vielleicht auch nicht? So ganz ohne Business-Plan, Medienformatierung oder Redaktionsworkflow? Als anarchisches Projekt ohne Gewinnerzielungsabsicht statt als GbR oder als Verein mit Satzung?

Versuche sind dazu da, gewagt zu werden. WordPress legt als ersten Artikel in allen Blogs automatisch einen an, der „Hello World“ heißt. Also, hallo, da draußen! Mit etwas Glück wächst hier ein Ort, an dem „Green Renaissance“ spürbar wird – das Annehmen der Herausforderung einer grünen Zukunft, statt dem Wegrennen davor. Nebenbei bemerkt: der Titel „Green Renaissance“ ist auch deswegen englisch, weil „green“ und „grün“ sich hier nicht auf die Partei Bündnis 90/Die Grünen beschränken soll.

Das Blog hat ein Motto: „Die Zukunft ist hier, und sie ist grün“. Warum? Da reicht der Blick aufs Datum – bald haben wir 2009, 2010, 2011 – das ist die Zukunft, von der unsere Eltern geträumt hatten. Die heutigen Probleme standen nicht in den damaligen Drehbüchern: Klimawandel, Wirtschaftskrise, soziale Dimensionen globaler Ungleichheit. Eine multipolare Welt jenseits des kalten Krieges. Der schwarze US-Präsident bekämpft keine Aliens, sondern den Kohlendioxidausstoss. Und statt dem fliegenden Privatauto und der bewohnten Raumstation stellt sich die Frage, wie öffentliche Massenmobilität und klimaneutrales Wohnen organisierbar sind.

Also: die Zukunft ist hier, sie sieht ganz anders aus, als viele sie sich vorgestellt haben. Und jedes politische, alltägliche und wirtschaftliche Handeln heute stellt weitere Weichen. Wenn aus unserer Zukunftsgegenwart was daraus werden soll, muss dieses Handeln grün sein: nachhaltig, zukunftsfähig, klimaschonend, weltrettend.

Ein Blog zur Weltrettung? Eine Nummer kleiner geht’s nicht? Klingt anmassend, nach „Wandel“ und „Visionen“ – aber die sind ja seit kurzem gesellschaftsfähig. Es bleibt nichts übrig, als auszuprobieren, was hier heranwachsen kann.

Till Westermayer

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4 Antworten zu “Hallo Welt, indeed

  1. Hallo Till,

    nach dem absehbaren Ende der Flügelkämpfe, deren Anfänge ich kopfschüttelnd und zu jung für sowas noch erleben durfte, weil die Flügel flügellahm geworden sind, sehe ich diesen Ansatz mit Interesse.

    Mehrere Menschen beteiligt, mit durchaus unterschiedlichen Ansichten, für ein gemeinsames Grünes Ziel? Klingt wie ein Ansatz zu dem ich gerne beitrage bei Gelegenheit.

  2. Till Westermayer

    @Wolfgang: würde mich freuen — wobei es mir hier tatsächlich um ein gemeinsames grünes Ziel geht, und nicht um ein gemeinsames Grünes Ziel. Kleiner, aber nicht unbedeutender Unterschied.

  3. Allzudeutlich habe ich noch die Cartoons von Gerhard Seyfried mit der Wand voller Wahlplakate vor Augen: „Wählt Olivgrün“ „Nur Tannengrün ist grün“ – „Flaschengrün!“ etc…

    Auch wenn ich jetzt innerhalb der von mir als kleiner Knopf einst mitgegründeten Partei die Grünen wieder deutlich aktiv bin, geht es mir ausserhalb der Partei um die Zusammenarbeit mit allen Menschen die grün, also ökologisch, sozial, basisdemokratisch und gewaltfrei leben wollen.
    So halte ich das bei der Deutschen Friedensgesellschaft und bei Attac, ebenso im Gespräch mit Konservativen bei der ASM – und als Leiter des Runden Tischs Gewaltprävention auch mit Uniformgrünen.

    So möchte ich es auch im Europaparlament halten: Weitaus fraktionsübergreifend reden und arbeiten, mit allen die guten Willens sind – entsprechend gerne natürlich auch hier.

  4. Till Westermayer

    Für alle, denen die Cartoons von Seyfried nicht so ganz direkt vor Augen stehen — Wolfgang bezieht sich auf diesen hier: Immergrün (aus dem Jahr 1978).

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