Archiv der Kategorie: Pläne & Ideen

DESERTEC – Nachhaltige Energie für Europa?

(Zweitverwertung von http://gruene.wettach.org/?p=470 )

Am Samstag, den 13. November, trafen sich im Stuttgarter Haus der Wirtschaft, über 150 Teilnehmer, um über das DESERTEC-Projekt zu diskutieren.

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DESERTEC – ein Verbund aus regenerativer Stromerzeugung aus Solarkraftwerken in Nordafrika, Windkraftwerken entlang der Atlantikküste und Speicherkraftwerken in Skandinavien – stand im Zentrum einer Konferenz der GRÜNEN in Stuttgart. Auf der hochkarätig besetzten Veranstaltung wurden in zwei Podien technische und wirtschaftliche Grundlagen sowie entwicklungs- und europapolitische Aspekte diskutiert.

Dabei ist das Projekt nicht unumstritten. Einerseits bietet es die Vision einer regenerativen Vollversorgung zu vertretbaren Preisen, andererseits kann es neue Energie-Abhängigkeiten schaffen und in Konkurrenz zu dezentralen Lösungen treten.

Die Vorstellung der Konferenz durch MdL Franz Untersteller (GRÜNE BW), Ein einführendes Grußwort sprach der Landesvorsitzende Chris Kühn (GRÜNE BW):

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Auf dem ersten Podium referierten und diskutierten Dr. Franz Trieb vom Deutschen Institut für Luft und Raumfahrttechnik, ein Ideengeber von DESERTEC. DESERTEC solle der Ersatz für Strom aus Atom und Kohle sein in der Region EUMENA (Europa Mittlerer Osten, Nord-Afrika).

Als Kritiker sprach Dr Fabio Longo von Eurosolar. Er stimmte mit seinem Vorredner überein, dass DESERTEC wichtig für Nordafrika sei, aber der Strombedarf der EU solle vollständig mit heimischen, erneuerbaren Energien gedeckt werden.
Thorsten Marquardt von der „DESERTEC Industrial Initiative“ zeigt die technischen und finanziellen Optionen, sowie die Vielzahl der internationalen Partner auf:

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MdB Ingrid Nestle brachte die Position der Grünen im Bundestag ein. Sie sagte, DESERTEC sei dann zu unterstützen, wenn die EU das Ziel 20% Erneuerbare bis 2020 aus Europäischen Quellen einhält. Sie wies darauf hin, dass Schleswig Holstein heute schon mehr als 100% des Eigenstrombedarfs durch Windstrom erzeugt.

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Im Anschluss stellte sich das Podium auch den Fragen (und Kurzreferaten) aus dem Publikum:

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Im zweiten Podium betonte Hans Hühn von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit die positiven Entwicklungswirkungen von DESERTEC und lobte die Vorbildfunktion Marokkos. Der marokkanische Botschafter Rachad Bouhlal stellte die Projekte zum massiven Ausbau erneuerbarer Energien in seinem Heimatland vor und betonte die Energiesouveränität Marokkos. Dr. Isabelle Werenfels von der Stiftung Wissenschaft und Politik betonte die positive Rolle Marokkos und Tunesiens, während in den Ölförderländern die Atomlobby die Entwicklung erneuerbarer Energien erschwere:

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Die folgenden Schlussfolgerungen können aus der Veranstaltung gezogen werden:

• Es ist sowohl der Ausbau zentraler (DESERTEC), wie auch dezentraler (EUROSOLAR) erneuerbarer Energien anzustreben.
• Für eine regenerative Energieversorgung ist der Ausbau von Hochspannungsgleichstromleitungen, sogenannten Supergrids, als auch von intelligenten lokalen Stromnetzen, sog. Smartgrids notwendig.
• DESERTEC bietet eine wichtige Entwicklungsperspektive für die afrikanischen Länder der Mittelmeerregion.

Eine nachhaltige Energieversorgung Europas ist nur mit einem konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien denkbar. Für dieses Ziel muss der Ausbau der Europäischen Netze gezielt für erneuerbare Energien optimiert werden.

Die Zukunft fährt Grün: Winne Hermann über nachhaltige Mobilität

Wir GRÜNE wollen nicht anfangen, jetzt Autos zu produzieren. Dennoch werden wir immer gefragt: Wie sieht denn das Auto der Zukunft aus?

„Ein Auto das in Zukunft absolut klimaneutral ist, keine umweltbelastenden Emissionen hat, es wird leise sein, es wird sicher sein, Es macht aber nur Sinn im Rahmen eines integrierten Verkehrssystems das langfristig auf Nachhaltigkeit hin orientiert ist.“

Unter dem Motto „Die Zukunft fährt Grün“ stellte Winne Hermann das Grüne Konzept zum Thema auf dem Grünen Messestand bei der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA vor ziemlich genau zwei Jahren vor:

(Zuerst veröffentlicht bei „Wir-für-Winne.de“)

Erste griechische Insel steigt um auf erneuerbare Energien

Agios Efstratios
Agios Efstratios, Foto: Christef/Wikipedia, Lizenz

Nachdem ich in einem der letzten Artikel die CO2-freie Inselwelt propagierte, soll nun laut der Griechenlandzeitung die erste griechische Insel komplett auf Öko getrimmt werden. Es handelt sich um das Eiland Agios Efstratios. Die liegt etwas einsam in der Ostägäis und hat rund 270 Einwohner. Bis 2010 soll der Strombedarf komplett aus Sonnen- und Windenergie erzeugt werden. Bislang besorgen das, wie auf anderen Inseln auch üblich, Aggregate, die mit Schweröl (!) betrieben werden. Das ist einserseits nicht der große Wurf, den ich mir wünsche. Eine bekannte Insel wie Mykonos oder Santorini umzustellen, das wäre ein großes Signal gewesen. Andererseits bin ich froh, dass sich nun endlich was tut in Griechenland.

Griechenlands Potenzial ist jedoch weit größer: Nach den Berechnungen aus der Erene-Studie könnte Griechenland bis 2050 seinen Strombedarf aus erneuerbaren Energien nicht nur decken, sondern auch Strom exportieren. Also mit einer Grünen Idee  richtig Geld verdienen.

Daniel Mouratidis

Erste griechische Umwelttagung in Stuttgart

Water games I

Lange, sehr lange hat es gedauert, bis endlich auch mal das Thema Umweltschutz für die griechischstämmigen Menschen im Raum Stuttgart thematisiert wurde. Vor kurzem war es dann soweit. Dank des Einsatzes von Dimitrios Pergialis, einem Journalisten aus dem Raum Stuttgart, fand nun vor kurzem ein Umweltschutzkongress in Stuttgart statt. Hier wohnen in der Region immerhin rund 80.000 griechischstämmige Menschen. Dimitrios bringt übrigens das sehr lesenswerte deutschsprachige Magazin Neafon heraus. Er schreibt oft über Umweltproblematiken in Griechenland.

Das große Thema war die Ägäis. Gäste waren Menschen der Umweltschutz-NGO Archipelagos. Sie arbeiten hauptsächlich auf den Dodekanes, zu dieser Inselgruppe zählen beispielsweise Patmos und Kos. Eindrucksvoll berichteten sie von den verschiedenen Gefahren für die Meereswelt. Dazu zählen unter anderem die Überfischung oder die drohende Gefahr eines Schiffsunglücks in der Ägäis durch mangelhaft geschultes Personal.

In einem weiteren Referat wurde Griechenlands Artenreichtum thematisiert. Rund 15% aller Pflanzen Griechenlands kommen nur dort vor. Insgesamt gesehen ist die Biodiversität erstaunlich: Es gibt rund dreimal so viele Pflanzen wie in Großbritanien. Das liegt insbesondere an den teilweise entlegenen Berg- und Inselregionen wie auch an der Tatsache, dass die klimatischen Unterschiede sehr groß sind. Die Organisation hat zum Schutz dieses Reichtums eine eigene Saatgut-Bank eingerichtet.

Ich lernte anhand verschiedener Tonbeispiele auch, dass die Wale und Delphine der Ägägis einen eigenen Dialekt sprechen.

Der zweite Tag war speziell für Kinder. Da war ich dann nicht dabei. Insgesamt war diese Tagung eine tolle Sache, leider sind viele Griechen immer noch erstaunlich resistent gegenüber Umweltschutz. Das kann aber bald anders werden: Die griechischen Grünen liegen seit Monaten stabil bei 3-4% in den Umfragen, was reichen würde für den Einzug ins griechische wie auch ins europäische Parlament.

Vielleicht können wir so eine Veranstaltung wiederholen – speziell an griechisch- wie türkischstämmige Menschen in Deutschland gerichtet? Der Schutz der Ägäis sollte schließlich beide Anrainer angehen.

Daniel Mouratidis

Hallo Welt, indeed

Blogs sind so leicht zu eröffnen. Es ist auch relativ einfach, ein Mission Statement aufzuschreiben. Und ein paar Leute zu fragen, ob sie mitmachen wollen.

Aber ist es damit getan? Darf das überhaupt noch sein, so ein Blog-Versuch, aus dem vielleicht was entsteht, vielleicht auch nicht? So ganz ohne Business-Plan, Medienformatierung oder Redaktionsworkflow? Als anarchisches Projekt ohne Gewinnerzielungsabsicht statt als GbR oder als Verein mit Satzung?

Versuche sind dazu da, gewagt zu werden. WordPress legt als ersten Artikel in allen Blogs automatisch einen an, der „Hello World“ heißt. Also, hallo, da draußen! Mit etwas Glück wächst hier ein Ort, an dem „Green Renaissance“ spürbar wird – das Annehmen der Herausforderung einer grünen Zukunft, statt dem Wegrennen davor. Nebenbei bemerkt: der Titel „Green Renaissance“ ist auch deswegen englisch, weil „green“ und „grün“ sich hier nicht auf die Partei Bündnis 90/Die Grünen beschränken soll.

Das Blog hat ein Motto: „Die Zukunft ist hier, und sie ist grün“. Warum? Da reicht der Blick aufs Datum – bald haben wir 2009, 2010, 2011 – das ist die Zukunft, von der unsere Eltern geträumt hatten. Die heutigen Probleme standen nicht in den damaligen Drehbüchern: Klimawandel, Wirtschaftskrise, soziale Dimensionen globaler Ungleichheit. Eine multipolare Welt jenseits des kalten Krieges. Der schwarze US-Präsident bekämpft keine Aliens, sondern den Kohlendioxidausstoss. Und statt dem fliegenden Privatauto und der bewohnten Raumstation stellt sich die Frage, wie öffentliche Massenmobilität und klimaneutrales Wohnen organisierbar sind.

Also: die Zukunft ist hier, sie sieht ganz anders aus, als viele sie sich vorgestellt haben. Und jedes politische, alltägliche und wirtschaftliche Handeln heute stellt weitere Weichen. Wenn aus unserer Zukunftsgegenwart was daraus werden soll, muss dieses Handeln grün sein: nachhaltig, zukunftsfähig, klimaschonend, weltrettend.

Ein Blog zur Weltrettung? Eine Nummer kleiner geht’s nicht? Klingt anmassend, nach „Wandel“ und „Visionen“ – aber die sind ja seit kurzem gesellschaftsfähig. Es bleibt nichts übrig, als auszuprobieren, was hier heranwachsen kann.

Till Westermayer