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Fukushima und die Menschenkette -oder- 1979 revisited?

Liebe Freundinnen und Freunde,

die Situation im veralteten AKW Fukushima ist nach diesem Erdbeben kritisch, eine Kernschmelze kann passieren oder in Teilen bereits passiert sein. Die Betreibergesellschaft hat einen schlechten Ruf was Glaubwürdigkeit, Mängelreparaturen und Profit-vor-Sicherheit angeht. Alles ist möglich. Das letzte was Japan und die Welt jetzt brauchen sind deutsche Grüne, die sagen „told you so“. Dass wir Recht hatten damit, zu sagen dass Laufzeitverlängerungen für Schrottreaktoren Schrott sind, sollte nicht unsere Hauptsorge sein.

Aber natürlich ist es so wie 1979: Kurz vor der großen Anti-Atom Demonstration (damals Hannover wegen Gorleben, heute Stuttgart bis Neckarwestheim) gerät ein Atomkraftwerk soweit ausser Kontrolle dass keiner mehr weiss wie eine völlige Kernschmelze vermieden werden könnte. Natürlich hat das die Menschen bewegt und natürlich hat es zur Menschenmenge und zu Albrechts damaliger „Entsorgungspark“-Zusage beigetragen. Weiterlesen

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Gute Vorsätze leicht gemacht: Stromwechsel

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Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele eigentlich irgendwie ökologisch eingestellte Menschen noch immer keinen Ökostrom beziehen. Diesen kleinen Konsumwandel-Schritt zu gehen, zählt deswegen sicher für einige zu den Neujahrsvorsätzen. Gut so! Da es sich dabei faktisch vor allem um Verrechnungsleistungen zwischen Stromproduzenten handelt, und keinerlei Kabel verlegt werden müssen o.ä., ist das tatsächlich eine Sache von wenigen Minuten.

Wir selbst sind seit einigen Jahren bei den Elektrizitätswerken Schönau (EWS). Preislich sind die äußerst moderat und haben auch deutlich weniger stark angezogen als die Normalpreise der großen Anbieter und großen Stadtwerke. Ökologisch sind sie, soweit ich das beurteilen kann, einigermaßen sinnvoll: der mit unserem Elektrizitätsbezug verrechnete Strom kommt zu etwa 7 % aus modernen Erdgas-Kraft-Wärme-Kopplungen, der Rest ist regenerativ (vorwiegend Wasserkraft aus Neuanlagen). Und die Haltung — statt den Konzessionsvertrag zu verlängern, einfach mal einen neuen und besseren Energieversorger aus dem Boden zu stampfen — gefällt mir auch sehr gut.

Aber ich will jetzt gar nicht für EWS Werbung machen, sondern lieber auf die Website Atomausstieg selber machen hinweisen, die von 21 Verbänden aus dem Umwelt- und Entwicklungsbereich getragen wird und alle Informationen dazu bereit hält, wie in wenigen Schritten vom derzeitigen Versorger zu einem der vier unabhängigen Ökostromanbieter (EWS Schönau, Naturstrom, Lichtblick, Greenpeace Energy) gewechselt werden kann.

Vielleicht klappt’s ja sogar noch vor der Silvesterfeier — die besten guten Vorsätze sind solche, die gar nicht erst gebrochen werden können.

Till Westermayer