Schlagwort-Archive: green technology

Griechische Sonnenenergie – ein Exportschlager?

Ein Video der Deutschen Welle zum Gedankenanstoss und seiner Praxistauglichkeit:
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DESERTEC – Nachhaltige Energie für Europa?

(Zweitverwertung von http://gruene.wettach.org/?p=470 )

Am Samstag, den 13. November, trafen sich im Stuttgarter Haus der Wirtschaft, über 150 Teilnehmer, um über das DESERTEC-Projekt zu diskutieren.

File:DESERTEC-Map large.jpg

DESERTEC – ein Verbund aus regenerativer Stromerzeugung aus Solarkraftwerken in Nordafrika, Windkraftwerken entlang der Atlantikküste und Speicherkraftwerken in Skandinavien – stand im Zentrum einer Konferenz der GRÜNEN in Stuttgart. Auf der hochkarätig besetzten Veranstaltung wurden in zwei Podien technische und wirtschaftliche Grundlagen sowie entwicklungs- und europapolitische Aspekte diskutiert.

Dabei ist das Projekt nicht unumstritten. Einerseits bietet es die Vision einer regenerativen Vollversorgung zu vertretbaren Preisen, andererseits kann es neue Energie-Abhängigkeiten schaffen und in Konkurrenz zu dezentralen Lösungen treten.

Die Vorstellung der Konferenz durch MdL Franz Untersteller (GRÜNE BW), Ein einführendes Grußwort sprach der Landesvorsitzende Chris Kühn (GRÜNE BW):

http://www.youtube-nocookie.com/v/Ui61DtiKaBg?fs=1&hl=en_GB&hd=1&color1=0x234900&color2=0x4e9e00

Auf dem ersten Podium referierten und diskutierten Dr. Franz Trieb vom Deutschen Institut für Luft und Raumfahrttechnik, ein Ideengeber von DESERTEC. DESERTEC solle der Ersatz für Strom aus Atom und Kohle sein in der Region EUMENA (Europa Mittlerer Osten, Nord-Afrika).

Als Kritiker sprach Dr Fabio Longo von Eurosolar. Er stimmte mit seinem Vorredner überein, dass DESERTEC wichtig für Nordafrika sei, aber der Strombedarf der EU solle vollständig mit heimischen, erneuerbaren Energien gedeckt werden.
Thorsten Marquardt von der „DESERTEC Industrial Initiative“ zeigt die technischen und finanziellen Optionen, sowie die Vielzahl der internationalen Partner auf:

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MdB Ingrid Nestle brachte die Position der Grünen im Bundestag ein. Sie sagte, DESERTEC sei dann zu unterstützen, wenn die EU das Ziel 20% Erneuerbare bis 2020 aus Europäischen Quellen einhält. Sie wies darauf hin, dass Schleswig Holstein heute schon mehr als 100% des Eigenstrombedarfs durch Windstrom erzeugt.

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Im Anschluss stellte sich das Podium auch den Fragen (und Kurzreferaten) aus dem Publikum:

http://www.youtube-nocookie.com/v/6mq0ZFR5Bos?fs=1&hl=en_GB&hd=1&color1=0x234900&color2=0x4e9e00

Im zweiten Podium betonte Hans Hühn von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit die positiven Entwicklungswirkungen von DESERTEC und lobte die Vorbildfunktion Marokkos. Der marokkanische Botschafter Rachad Bouhlal stellte die Projekte zum massiven Ausbau erneuerbarer Energien in seinem Heimatland vor und betonte die Energiesouveränität Marokkos. Dr. Isabelle Werenfels von der Stiftung Wissenschaft und Politik betonte die positive Rolle Marokkos und Tunesiens, während in den Ölförderländern die Atomlobby die Entwicklung erneuerbarer Energien erschwere:

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Die folgenden Schlussfolgerungen können aus der Veranstaltung gezogen werden:

• Es ist sowohl der Ausbau zentraler (DESERTEC), wie auch dezentraler (EUROSOLAR) erneuerbarer Energien anzustreben.
• Für eine regenerative Energieversorgung ist der Ausbau von Hochspannungsgleichstromleitungen, sogenannten Supergrids, als auch von intelligenten lokalen Stromnetzen, sog. Smartgrids notwendig.
• DESERTEC bietet eine wichtige Entwicklungsperspektive für die afrikanischen Länder der Mittelmeerregion.

Eine nachhaltige Energieversorgung Europas ist nur mit einem konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien denkbar. Für dieses Ziel muss der Ausbau der Europäischen Netze gezielt für erneuerbare Energien optimiert werden.

Die Zukunft der Automobilität: Elektroautos als Antwort?

Als Mit- oder eher Nacharbeiter des Leiters des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag, Winfried Hermann, habe ich mir vorgenommen den Bereich der Green Economy vor allem den Bereich der Mobilität anzuschauen und hier beim Green Renaissance Blog zu behandeln.

Anfang Mai hat die Grünen-nahe Heinrich Böll-Stiftung in Eisenach, beim Standort der dortigen Opel-Werke, eine Tagung zur Zukunft der Automobilindustrie abgehalten, von der ich Euch das Diskussionsvideo hier schon einmal nahebringen möchte:

(Zum Beitrag im Böll-Blog)

Die Zukunft fährt Grün: Winne Hermann über nachhaltige Mobilität

Wir GRÜNE wollen nicht anfangen, jetzt Autos zu produzieren. Dennoch werden wir immer gefragt: Wie sieht denn das Auto der Zukunft aus?

„Ein Auto das in Zukunft absolut klimaneutral ist, keine umweltbelastenden Emissionen hat, es wird leise sein, es wird sicher sein, Es macht aber nur Sinn im Rahmen eines integrierten Verkehrssystems das langfristig auf Nachhaltigkeit hin orientiert ist.“

Unter dem Motto „Die Zukunft fährt Grün“ stellte Winne Hermann das Grüne Konzept zum Thema auf dem Grünen Messestand bei der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA vor ziemlich genau zwei Jahren vor:

(Zuerst veröffentlicht bei „Wir-für-Winne.de“)

Riskante Klimaschutztechnologie

Black baltic water (with rain)

In den letzten Wochen gab es recht heftige Auseinandersetzungen darum, ob das deutsch-indische Kooperationsprojekt LOHAFEX gestoppt werden soll oder nicht. Auch dem grünen Parteitag letztes Wochenende lag ein – aus Zeitgründen dann nicht behandelter – Antrag vor, für den Abbruch von LOHAFEX einzutreten. Heute dann die Meldung, dass aus Sicht der Bundesregierung keine rechtlichen oder ökologischen Hinderungsgründe vorliegen. Der WWF und andere bleiben kritisch.

Worum geht es? Das Schiff „Polarstern“ des Alfred-Wegener-Instituts möchte im (antarktischen) Südpazifik eine experimentelle Eisendüngung durchführen. Es soll unter realen Bedingungen untersucht werden, was mit dem Algenwachstum passiert, wenn das Meer mit 20 Tonnen Eisensulfat „gedüngt“ wird. KritikerInnen werfen LOHAFEX vor, dass dieses Experiment unkalkulierbare Auswirkungen auf die Meereslebewesen hat — und dass es gegen das erst im letzten Jahr von der 9. Vetragsstaatenkonferenz der UN-Konvention über die Sicherung der biologischen Vielfalt (CDB) verabschiedete Moratorium für derartige Düngungen verstößt. Pikanterweise liegt der Vorsitz der CDB derzeit bei Deutschland.

An dieser Stelle geht es mir nun gar nicht um das konkrete Experiment. Ich kann nicht beurteilen, ob der Nutzen durch Hinweise darauf, wie Algenwachstum und CO2-Bindung durch das Meer zusammenhängen, größer ist, als der mögliche Schaden, der durch die großflächige Experimentaldüngung erfolgt. Vielmehr sind es zwei Punkte, die beide mit Überlegungen zum „Terraforming“ Erde zusammenhängen.

Zum einen stellt sich die generelle Frage danach, ob es ökologisch und ethisch vertretbar ist, auf risikobehaftete Großtechnologien zur Bekämpfung des Klimawandels zu setzen, wie sie bisher eher in Science-Fiction-Romanen als in der Realität zu finden sind. Die Meeresdüngung ist ein Beispiel dafür, andere wären etwa die massive Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen mit höherer CO2-Bindung oder das Ausbringen von Partikeln in oberen Atmosphärenregionen. Also letztlich sowas wie ein globales „climate engineering“. Sind derartige Eingriffe durch den politischen Wunsch nach Klimaschutz gedeckt, oder übersteigen sie die menschliche Handlungsfähigkeit?

Zum anderen – und da wird es dann doch wieder etwas konkreter: wer entscheidet, was mit dem Planeten insgesamt geschieht? Bisher sind die entsprechenden internationalen Abkommen ja vor allem auf den Schutz vor nicht gewollten Eingriffen in globale Systeme ausgelegt (etwa das FCKW-Verbot gegen das Ozonloch, Abkommen, bestimmte Stoffe nicht zu verwenden, oder allgemeine Übereinkünfte in Richtung Schutz der Biodiversität). Die mit dem Kyoto-Protokoll verbundenen Maßnahmenbündel gehen teilweise schon in eine andere Richtung (Aufforstungen als aktive – und monetarisierbare – Klimaschutzmaßnahme beispielsweise).

Aber wie sähe das bei dem (ebenfall der Science Fiction entnommenen …) Szenario aus, dass nicht ein „kleines“ Forschungs z.B. ein Meeresdüngungsexperiment durchführt, sondern dass z.B. der neugewählte US-Präsident Obama beschließt, aufgrund der Verantwortung Amerikas für die Welt und der Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen unilateral mit Meeresdüngung (oder vergleichbaren Technologien) im industriellen Maßstab anzufangen? Vorstellbar wäre so etwas durchaus. Und dann?

Till Westermayer

P.S.: Heute finde ich bei „The Great Beyond“ (Nature) einen kurzen Hinweis auf eine Studie, die verschiedene „Geo-Engineering“-Projekte nach ihrer Effizienz (und nicht nach anderen Kriterien) untersucht hat. Demnach müsste, wenn überhaupt, eher die Atmosphäre verdunkelt werden als der Ozean gedüngt.