Schlagwort-Archive: klimawandel

Klimakonferenz-Tracking

„Green Renaissance“ hatte ein wenig unter dem Europawahlkampf (und diversen privaten Veränderungen …) zu leiden. Trotzdem darf ein wichtiger Hinweis nicht fehlen – nämlich der auf die aktuelle Vorbereitungskonferenz zu Kopenhagen und vor allem auf climateblogger.org – ein Blog, dass live aus Bonn von der Vorbereitungskonferenz berichtet. Wie es dazu kam, steht hier.

Lesenswert!

Till Westermayer

P.S.: Auch bei wir-klimaretter.de gibt es den täglichen Bericht aus Bonn.

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Entzugserscheinungen

Wir hatten über das umstrittene LOHAFEX-Experiment berichtet: den Versuch, über das großflächige Ausbringen von Eisen im antarktischen Meer Algen zur CO2-Bindung zu bringen. Wie jetzt u.a. in SpOn zu lesen ist, war LOHAFEX wenig erfolgreich bzw. erwies sich umgekehrt als echtes Experiment (Ausgang ungewiss):

Feedbackschleifen (Zunahme von Frassfeinden etc) und Sättigungseffekte sorgten dafür, dass kaum CO2 gebunden werden konnte. Damit ist schön deutlich geworden, dass die scheinbar so eleganten großtechnischen Lösungen des Klimaproblems ganz so einfach wohl auch nicht funktionieren. Um einen gesellschaftlichen „Kohlenstoffentzug“ (vgl. auch carbon de-tox, eines der aktuellen Hip-Bücher zum Klimawandel) kommen wir also wohl nicht herum.

Till Westermayer

2009: Panik oder Chance?

Panic button
Foto: star5112, Lizenz: CC-BY-SA

Kein Grund zu Panik. Panik. Nachdem sich der Finanzkrisen- und Obamastaub ein wenig gelegt hat, lichtet sich der Blick auf das Jahr 2009.

Was haben wir davon zu erwarten, was wird darüber in ein paar Jahren gedacht werden: war 2009 das Jahr, in dem weltweite Panik ausbrach, oder eine Lernerfahrung und Chance? Einer meiner Lieblingsautoren, Bruce Sterling, präsentiert bei SEED beide Perspektiven: 2009 will be a year of panic vs. The true 21st century begins. Für die erste Perspektive sprechen die bekannten Krisen (Klima, Finanzen, Nationalstaaten, Demographie, …), für die zweite die Hoffnung, die sich auch im „Green New Deal“ wiederfindet, dass aus der globalen Krisenerfahrung so etwas wie ein planetarer Lernprozess erwächst.

Wie seht ihr das? Globale Panik oder Krise als Chance?

Disclaimer: die verwendete Poll-Software setzt u.a. auf Google Analytics und speichert Cookies. Es darf aber auch gerne kommentiert statt abgestimmt werden …

Till Westermayer

Her mit der hellenischen Öko-Revolution!

This world I'm inheriting, isn't what it used to be...
Foto: Greekadman, Lizenz: CC-BY-NC-SA

In den letzten Wochen des Jahres 2008 gab es wegen der Ausschreitungen in fast allen Städten viele Berichte über Griechenland in den deutschen Medien. Neben der offensichtlichen moralischen Krise der wirtschaftlichen, politischen und kirchlichen Eliten steckt Griechenland aber auch in einer ökologischen Krise. Dabei könnte Griechenland durch eine konsequente ökologische Ausrichtung in vielerlei Hinsicht profitieren. In einer kleinen Artikelreihe zu dieser Thematik will ich Ideen und Entwicklungspotenziale aufzeigen.

Die Ausgangslage ist dabei ziemlich bescheiden. Griechenland gilt als ein Land mit einem sehr schlechten Umweltbewusstsein. Der „Nefos“, die Athener Smogwolke, galt für viele als Sinnbild dieser Tatsache. Müllhaufen aller Orten und „naturbelassene“ Strände runden das negative Bild ab, welches mitteleuropäische Urlauber im Kopf haben. In der jüngsten Vergangenheit kamen zwei Ereignisse hinzu: Erstens die apokalyptischen Waldbrände, gelegt oftmals von skrupellosen Bodenspekulanten und zweitens den zweifelhaften Titel, die dreckigsten Kohlekraftwerke Europas zu betreiben. Eine weitere Bedrohung der griechischen Inseln und Küstenlandschaften ist zudem der weltweite Klimawandel. Wenn der Meeresspiegel wirklich um mehrere Meter steigt, dann hat das für Griechenland drastische Auswirkungen. Die bereits erwähnten griechischen Kohlekraftwerke sind ein Teil der Ursache. Vor diesem Hintergrund ist klar: Nur wer heute in Klimaschutz investiert, kann auch morgen und übermorgen noch erfolgreich wirtschaften. Wirtschaftliches Wachstum darf nicht länger auf Kosten des Klimas und der Umwelt gehen.

Dies gilt auch für die griechische Landwirtschaft. Griechische Produkte hatten lange Zeit keinen besonders guten Ruf; zwar verfügt man über die ältesten Olivenhaine Europas, doch der berühmt-berüchtigte Retsina und die in griechischen Tavernen in Deutschland vorherrschende eher einfallslose Küche ließen keine Möglichkeit, Griechenland als ein Ort hervorragender landwirtschaftlicher Produkte zu präsentieren.

Zusammengefasst gibt es also drei große Bereiche, in denen Griechenland noch erheblichen Nachholbedarf hat: Erstens im allgemeinen Umweltschutz, wichtig auch um Griechenland als attraktiven Urlaubsort zu erhalten; zweitens in einer modernen Energieversorgung als aktiven Beitrag für den Klimaschutz und drittens im Bereich der Agrarwirtschaft.

Daniel Mouratidis

Poznań: Weichenstellung für das Klima

Industrial idyll III

Derzeit (noch bis zum 12.12.) findet im polnischen Poznań/Posen die 14. COP statt, also eine der großen UN-Konferenzen zum Klimawandel. Es geht um den Umsetzungsstand des Kyoto-Protokolls und um die Vorbereitung des Nachfolgeprotokolls. Die offiziellen Informationen dazu sind auf der Website der UNFCCC zu finden. Kritisch begleitet wird die Konferenz u.a. durch Germanwatch, die auf einer Sonderseite über Konferenzergebnisse berichten und über Hintergründe informieren.

Das bisherige Fazit von Germanwatch ist unerfreulich:

Gleich ist Halbzeit bei den Posener Klimaverhandlungen. Ernüchterung macht sich unter den Gruppen der Zivilgesellschaft breit. Die Weichen des Klimazugs, der eigentlich Richtung Kopenhagen erheblich Geschwindigkeit aufnehmen müsste, scheinen falsch gestellt zu sein und es scheint auch – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht weniger, sondern mehr Kohle zur Feuerung des Zuges vorgesehen zu werden. […]

Vor allem die EU macht uns große Sorgen. Sie muss hier in Posen zeigen, dass sie nach den großen Ankündigungen im letzten Jahr auch tatsächlich ehrgeizig umsetzen will. So sieht es aufgrund der massiven Lobbyarbeit der Industrie aber gar nicht aus und die mageren Anstrengungen werden dann den Kopenhagen-Prozess massiv negativ beeinflussen.

Wer auf die EU — und hier insbesondere auf Bundeskanzlerin Merkel — einwirken will, die Weichen doch noch richtig zu stellen, und sich nicht von der Autoindustrie einpacken zu lassen, kann dies bei einer Aktion von Campact! tun, u.a. mit einer eMail an Merkel. Zum aktuellen Zeitpunkt fehlen noch 35 Unterschriften, um die 10.000 rund zu machen.

Till Westermayer